„Burg" heißt in der Schlaraffia schlicht das Haus, in dem gesippt wird. Die Jenaer Burg trug über zweiundvierzig Jahre denselben Namen — Creopolis, nach „Creo", dem weißen Saalewein. Das Haus dahinter wechselte siebenmal.
1895: Hotel zum schwarzen Bären
Die erste Burg lag im Hotel zum schwarzen Bären am Lutherplatz, einem der ältesten Gasthäuser der Stadt. Hier feierte das Reych am 9. Januar 1897 seine Sanktion — das Fest, mit dem aus der Kolonie ein vollwertiges Reych wurde. Und hierher kehrte es 1934 noch einmal zurück: die Meldungen nennen für dieses Jahr eine Wachtstube im Schwarzen Bären.
1900: Hotel zur Sonne
Nach fünf Jahren zog Creopolis in das Hotel zur Sonne. Der Burgname blieb — er hängt am Reych, nicht am Haus.
1904 bis 1909: Theaterrestaurant „Engel"
Fünf Jahre im Theaterrestaurant, auch „Engel" genannt. Für diese Zeit widersprechen sich die Quellen ein wenig: Eine Meldung von 1906 nennt noch „Creopolis (Hotel zur Sonne)". Welches Haus wann genau die Burg beherbergte, läßt sich für diese Jahre nicht zweifelsfrei sagen.
Ab 1914: Hotel „Deutsches Haus"
Die längste Station. Hier sippte das Reych durch den Ersten Weltkrieg, die Inflationsjahre und die frühen zwanziger Jahre.
1924 und 1925: Weimarischer Hof und „Akazie am Saalestrand"
1924 ist eine Notburg im Weimarischen Hof überliefert — eine Ausweichstätte. 1925 richtete das Reych eine Festburg in der Loge „Akazie am Saalestrand" in der Schützenstraße 7 ein. Es ist das Jahr, in dem die Tochter in Eisenach sanktioniert wurde; ein Anlaß für ein Fest war also vorhanden.
Nebenstätten
Neben der Burg gab es kleinere Orte: die „Klause" in der Johannisstraße 3, geführt von Junker Franzl, später Ritter Tonsur, und die Privatburg „Luginsland" des Hofphotographen Friedrich Haack (Rt Grapps der Parnassuskraxler). Im Sommer ging man hinauf zum Fuchsturm auf dem Hausberg — dort fanden die Bratwurstsippungen statt.
Und zuletzt?
Wo die Burg in den Jahren 1935 bis 1937 lag, ist nicht überliefert. Die letzte gesicherte Nachricht führt nicht nach Jena, sondern nach Eisenach: Am 12. Februar 1937 hielten Sassen der Athenae Jenenses ihre Schlußsippung in der Ysenaha, gemeinsam mit Sassen der Gotaha.